Pavillon im Park Hochschulgebiet Zürich Zentrum
Pavillon im Park Hochschulgebiet Zürich Zentrum

Pavillon im Park, Hochschulgebiet Zürich Zentrum

Wettbewerb im offenen Verfahren, 2020

Wie ein gläsernes Schuppentier legt sich der halbmondförmige Pavillon an den Verkehrsfluss der Strassenkreuzung. Als kleinmassstäbliches  Gegenüber zum Unispital fasst er den Park mit einer Geste des Umarmens und generiert auf der Innenseite einen grosszügigen und geschützten Aussenplatz. Zur Strasse tritt der verglaste Gastraum als Tor zum Park prominent in Erscheinung, während auf der gegenüberliegenden Seite das weit auskragende Pultdach Intimität und Gemütlichkeit erzeugt. Abgeschirmt vom Treiben der Stadt entfaltet sich hier ein ungestörter Naturgenuss, der von der reflektierenden Glasfassade noch unterstützt wird. Vergleichbar mit einem Gewächshaus arbeitet diese nach allen Seiten mit dem Licht: An den nach Süden, Osten und Westen ausgerichteten Fassaden absorbieren die transluzenten Elemente das Sonnenlicht und leiten es auf die dahinterliegenden Photovoltaikelemente weiter. Auf der Parkseite wird dieses Licht hingegen reflektiert und zeigt schemenhaft die Farben und Formen der Landschaft. Die Präsenz des Pavillons ändert sich somit im Verlaufe der Jahreszeiten und wird selbst zu einem Bestandteil der Natur.

 

Zwischen Stadt und Natur aufgespannt profitiert auch der Gastraum von dieser zweiseitigen Ausrichtung. Durch die sich im Innenraum abzeichnende Dachform und die grosse Raumhöhe bietet er eine hohe Aufenthaltsqualität und viel Flexibilität für den Mieterausbau. Seine zulaufende Raumgeometrie lenkt den Blick beim Betreten in den Park, wo sich nur schon unter dem weit auskragenden Pultdach mehr als 40 wettergeschützte Aussensitzplätze befinden. Der grosszügige Platz im Park wird chaussiert und steht neben dem Aussenbereich der Gastronomie auch anderen Aktivitäten, beispielsweise Boule, zur Verfügung. Das Thema der begleitenden Sitzstufen wird aus der Umgebungsgestaltung übernommen und generiert in Form von den Platz einfassenden Bänken viele Sitzplätze ohne Konsumzwang. Beidseitige Take-Away-Fenster zur Strasse und zum Platz ergänzen das Angebot und machen den Pavillon zu einer unverzichtbaren Infrastruktur für die öffentliche Nutzung des Parks.

 

Der Pavillon wird aus vorgefertigten Holzkastenelementen auf einem Betonfundament errichtet und mit einem klassischen Holzsparrendach gedeckt. Durch diese nachhaltige Bauweise kann die Bauzeit verringert und die Kosten optimiert werden. Die optimierte Spannweite von 6m lässt einen effizienten Materialverbrauch zu, die Wahl des Tragwerks erzeugt eine hohe Flexibilität. Nur die Aussenwände tragen das Dach, sämtliche Innenwände sind nichttragend und entsprechend im Falle einer späteren Nutzungsänderung anpassbar. Der Baukörper wird mit einer leichten Fassade aus Glasschuppen verkleidet. Auf den besonnten Seiten sind diese transluzent und dahinterliegend grossflächig mit Photovoltaikelementen verkleidet. Durch die für die Nutzung von solarer Energie optimale Ausrichtung des Baukörpers kann der Betriebsenergiebedarf so gedeckt werden. Die Wahl von Holz als primäres Konstruktionsmittel und der Einsatz von Recyclingbeton senken die Graue Energie. Die Glasfassade lässt eine lange Lebensdauer und niedrige Wartungskosten erwarten. Zusammen mit dem hohen Dämmstandard und der Photovoltaikfassade wird eine Zertifizierung nach Minergie-P oder Minergie-A möglich.